Geposted am 18. Mai 2017  | Autor: Oliver Schneider

Kostenführerschaft als Wettbewerbsvorteil in der Print und Packaging Industrie


Wie in allen europäischen Industrieunternehmen geht es auch für die Unternehmen in der Print und Packaging Industrie darum, die Kosten zu senken um künftig wettbewerbsfähig zu bleiben. Die größten Herausforderungen im Print und Packaging liegen in den Bereichen Automatisierung und Standardisierung.


Das Thema Automatisierung ist in Unternehmen seit IoT und Industrie 4.0 in aller Munde. Auch wenn viele Firmen in einzelnen Bereichen bereits heute sehr weit sind, werden immer wieder neue Möglichkeiten aufgezeigt. Die Vernetzung von Maschinen und Systemen war noch nie so einfach wie heute. Dank „any device“ und Cloud wird es immer einfacher, den Menschen mit allen notwendigen Informationen zu versorgen.

Ein Dreh- und Angelpunkt ist die Standardisierung der Prozesse. Limitiert wird diese durch die Unterschiedlichkeit einzelner Märkte, Branchen und Kundenstrukturen. Unternehmen geraten in eine Zwickmühle: Wieviel Standard ist notwendig, um immer noch flexibel genug auf Änderungen oder Sonderwünsche des Kunden reagieren zu können?

Der Grad der Automatisierung hat seine Grenzen in den erzielbaren Einsparpotentialen bzw. Ertragssteigerungen, also in der Gesamtkostenbetrachtung. In der innerbetrieblichen Logistik und im Versand ist heute bereits Automatisierung weit verbreitet, da in diesen Bereichen die Prozesse weitestgehend standardisiert sind. Im Bereich der Produktentwicklung und Druckbildverwaltung ist Automatisierung hingegen ein Thema, das immer mehr an Aufmerksamkeit gewinnt.

Es geht dabei um das Zusammenspiel zwischen Kunde und Produzent, um den Austausch von Zeichnungen, Druckdaten und 3D Animationen. Das geht bis zu Kalkulation, Änderungsverwaltung und den unterschiedlichen Kundenfreigaben - alles über klar definierte Workflows, um Durchlaufzeiten zu reduzieren und um Fehler zu vermeiden.

Entscheidend dabei ist die Reaktionszeit. Idealerweise können die Durchlaufzeiten auf die Produktionszeiten reduziert werden, und Antwortzeiten auf Mausklicks.

Kernthema reihenfolgeoptimierte Planung

Gerade bei immer kleiner werdenden Losgrößen ist die Reduktion der Rüstzeiten essentiell.

Eine gewisse Reduktion wird durch die Standardisierung der Abläufe in der Produktion erreicht. Einen weitaus größeren Anteil an der Reduktion der Rüstzeiten hat aber die Planung. Wie ist die Reihenfolge optimal? Welche Aufträge können zusammengefasst werden? Was bedeutet eine Verschiebung für meine Materialsituation? Durch eine optimierte Reihenfolgeplanung werden im Drucken Farbwechsel und in anderen Technologien Werkzeugwechsel bzw. Rüstvorgänge gespart.

Ein wesentlicher Aspekt bei dieser Optimierung ist die Auftragsart – handelt es sich um einen „neuen“ Auftrag oder einen Wiederholauftrag?

Beim Wiederholauftrag ist scheinbar alles geklärt, Maschinen kennen bereits ihre Einstellungen und Rüstvorgänge werden beschleunigt. Durch die Maschinenrückmeldung in Echtzeit wird die Planung automatisch aktualisiert, und Engpässe und Verschiebungen werden sofort aufgezeigt.

In der Praxis zeigt sich, dass der vermeintliche Wiederholauftrag nicht immer ein Wiederholauftrag ist: Beispielsweise steht ein geänderter Maschinenpark zur Verfügung, oder Änderungen durch die Verwendung von alternativen Materialien müssen berücksichtigt werden. Oder vielleicht ist einfach nur durch die geänderte Bestellmenge nun ein Zusammendruck sinnvoll?

Diese vielfältigen Ursachen führen gemeinsam mit der Kurzfristigkeit in der Mengen- und Terminzusage (Abrufverhalten) zu einer recht komplexen Planung, die heute in vielen Fällen noch manuell angepasst wird.

Um in diesem Thema Automatisierung zu ermöglichen sind Artificial Intelligence und Machine Learning essentiell. Im Wesentlichen geht es darum das Optimum zu finden. Vergangenheitswerte werden dabei genauso berücksichtigt wie Material- und Werkzeugverfügbarkeiten. Das Ganze funktioniert nur, wenn die Daten (=Termine, Mengen, Zustände) auch richtig sind.

In der täglichen Arbeit stellt die Datenqualität die größte Herausforderung dar. Standards sind hier unumgänglich, genauso wie ein hoher Grad der Automatisierung, damit mehrfache Eingaben wegfallen.

Die Komplexität steigt auch noch durch die Tatsache, dass in vielen Fällen das Produkt (Druckbild) erst final feststeht, wenn der Auftrag schon längst erteilt wurde und notwendige Werkzeuge und Materialein bereits eingekauft wurden. Das Design wird zu diesem Zeitpunkt noch geändert bzw. überarbeitet. Im Offsetdruck ist das heute gut möglich.

Elektronische Anbindung von Kunden und Lieferanten

Die elektronische Anbindung von Kunden und Lieferanten ist ein weiterer Bereich, um Einsparungen zu erzielen. Kundenbestellungen und Anfragen werden elektronisch übermittelt und verarbeitet. Doppelte Eingaben fallen weg und die Prozess-Sicherheit steigt. Dasselbe gilt für Lieferschein und Rechnung. Die elektronische Anbindung von Lieferanten ermöglicht vereinfachte Wareneingangsprozesse und eine optimierte Lagerbewirtschaftung. Ziel ist die Reduktion der Lagerbestände - und trotzdem muss das Material rechtzeitig in der Produktion sein.

Neue Technologien dienen als Innovator

Der Digitaldruck ist ein gutes Beispiel, wie neue Technologien den Markt umwälzen. Durch den Digitaldruck werden Faltschachteln oder Etiketten individualisiert - beispielsweise um spezielle Effekte zu erreichen, oder auch eindeutige Kennzeichnungen.

Datenbrillen und Augmented Reality sind Entwicklungen, die sowohl in Wartung und Instandhaltung, als auch auf Kundenseite Einzug halten. Die Frage ist: Wie werden Produkte künftig wahrgenommen? Gewinnen werden jene Unternehmen, die offen für Neues sind, Potentiale durch neue Technologien erkennen und diese am schnellsten in ihr Produktportfolio integrieren.

Der 360 Grad Blick

Der 360 Grad Blick auf den Kunden und den Markt ist entscheidend, Informationen müssen kontextbezogen zur Verfügung stehen, Suchzeiten vermieden werden.

Das bedeutet, wenn ein Kunde anruft, ein Mail schickt oder sich selbstständig informiert, müssen sofort alle relevanten Daten zu seinen Aufträgen, Produkten und Preisen zur Verfügung stehen. Unterschiedliche Sichtweisen auf die Daten sowie Trendanalysen helfen, Entwicklungen zu verstehen und Prognosen für die Zukunft zu erstellen.

Zusammenfassung

Ein Wettbewerbsvorteil wird sich für diejenigen Print & Packaging Unternehmen einstellen, die diese Punkte umsetzen:

  • Reduktion der Kosten durch Automatisierung, insbesondere durch Optimierung der Planung.
  • Steigerung der Materialeffizienz und Reduktion der Durchlaufzeiten durch Standardisierung.
  • Reduktion des Lagerstandes durch eine optimale Lagerbewirtschaftung in Abstimmung mit den Kunden und Lieferanten.
  • Integration neuer Technologien in Prozesse.

Optimieren Sie mit uns Ihne Print & Packaging Prozesse!

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